Ist Kohlensäure in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit schädlich?

Du hast gehört, dass Kohlensäure in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit schädlich für das Kind sein kann? Dir sind Begriffe wie „Sprudelmilch“ zu Ohren gekommen? Und jetzt fragst Du Dich, ob da irgendetwas dran ist? Dann bist Du hier genau richtig.

Hier erfährst Du, ob Kohlensäure in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit tatsächlich einen negativen Einfluss auf das Kind oder Dich selbst haben kann. Kurzer Spoiler im Vorfeld: Du musst Dir keine Sorgen machen. Die Schauergeschichten, die man im Internet liest, sind nur Panikmache.

Welche Effekte hat Sprudelwasser auf die Frau bzw. die Muttermilch?

Kohlensäure schädigt weder Schwangere noch stillende Mütter. Generell lässt sich sagen: Wer Sprudelwasser vor der Schwangerschaft gut vertragen hat, braucht auch während der Schwangerschaft nicht darauf zu verzichten.

Allerdings leiden bis zu 80 Prozent aller Frauen im Verlauf ihrer Schwangerschaft unter Sodbrennen. Das hat einen einfachen Grund: Das Volumen der Gebärmutter nimmt zu und drückt den Magen nach oben, sodass Magensäure zurück in die Speiseröhre gelangen kann. Schwangere nehmen dies als ein unangenehmes Brennen wahr – oft begleitet von saurem Aufstoßen. Kohlensäure während der Schwangerschaft kann diese unerwünschten Symptome noch verstärken, weshalb bei Sodbrennen eher zu stillem Wasser geraten wird.

Vom Magen aus muss die Kohlensäure den Körper wieder verlassen, sei es durch die Speiseröhre oder durch den Verdauungstrakt. Schwangere, die nach dem Trinken von Sprudelwasser unter Blähungen leiden, sind ebenfalls mit stillem Wasser besser beraten. Auswirkungen auf die Muttermilch hat Kohlensäure allerdings nicht.

Woher kommt der Glaube, dass Sprudelwasser schädlich ist?

Das Ammenmärchen von der „Sprudelmilch“ war eine weitverbreitete Ansicht, die früher sogar in Büchern zu finden war. Es wurde behauptet, die in Sprudelwasser enthaltene Kohlensäure könne beim Stillen über die Muttermilch vom Säugling aufgenommen werden und Blähungen auslösen.

Aus heutiger Sicht ist diese verstaubte Theorie jedoch nicht länger haltbar – ein typisches Ammenmärchen eben.

Was passiert im Körper, wenn man Kohlensäure trinkt?

Viele Menschen empfinden Kohlensäure als sehr erfrischend und angenehm prickelnd. Kohlensäure regt den Speichelfluss an und wirkt sich positiv auf die gesamte Verdauung aus. Durch ihren sprudelnden Effekt durchblutet sie die Mund- und Magenschleimhaut, unterstützt die Magenbewegung und regt auf diese Weise die Produktion von Verdauungssäften an. Zudem werden infolge ausreichender Flüssigkeitszufuhr die Harnwege durchgespült und die Urinausscheidung angeregt.

Kohlensäure wird zudem nachgesagt, sie mindere das Hungergefühl. Im Magen angekommen signalisiert sie den Sättigungsrezeptoren, er sei ausreichend gefüllt. Deshalb empfiehlt so manche Diät, vor dem Essen zwei Gläser Sprudelwasser zu trinken.

Menschen mit Magenproblemen sollten dagegen besser auf Kohlensäure verzichten. Bei ihnen kann eine vermehrte Produktion von Magensäure eine bereits vorgeschädigte Magenwand zusätzlich schädigen und zu Schmerzen und einem unangenehmen Völlegefühl führen.

Da Sprudelwasser mit einem pH-Wert um die 5,5 im schwach sauren Bereich liegt, kann es beim Aufstoßen durch aufsteigende Gasbläschen zu Sodbrennen kommen. Leitungswasser und Mineralwasser ohne Kohlensäure sind dagegen mit einem pH-Wert von 7 neutral und deshalb besser verträglich. Auch wer nach dem Trinken von Mineralwasser zu Blähungen neigt, sollte lieber stillem Wasser den Vorzug geben.

Du siehst: Kohlensäure hat auf gesunde Menschen im Prinzip nur positive Effekte und ist nicht schädlich.

Auf welche Getränke sollten Schwangere und Stillende tatsächlich verzichten?

Was während Schwangerschaft und Stillzeit definitiv nicht ins Glas gehört sind Rohmilch, Alkohol, Energy Drinks und chininhaltige Getränke wie Bitter Lemon und Tonic Water. Auch von übermäßigem Kaffeekonsum und stark zuckerhaltigen Getränken ist abzuraten.

  • Alkohol kann Dein Baby in erheblichem Maß körperlich und geistig schädigen und ist deshalb absolut tabu.
  • In größeren Mengen genossen, kann der Aromastoff Chinin Wehen auslösen und bei Neugeborenen zu Entzugserscheinungen führen.
  • Koffein wirkt anregend und gefäßverengend. Somit gelangt weniger Sauerstoff in die Plazenta, das Wachstum wird verlangsamt und der Herzschlag Deines Babys beschleunigt sich. Aus diesem Grund sollten Schwangere nicht mehr als drei Tassen Kaffee täglich zu sich nehmen.
  • Nicht pasteurisierte Rohmilch birgt die Gefahr einer Infektion mit Listeriose. Während die Bakterien bei der Mutter nur leichte Grippe- und Magen-Darm-Symptome auslösen, stehen beim Kind Hirnhautentzündung, Blutvergiftung und Fehlgeburt im Raum.
  • Die Wirkung des vorzugsweise in Energy Drinks enthaltenen Taurins ist noch nicht ausreichend erforscht und sollte deshalb bis zur Geburt vermieden werden. Das Argument mit dem Koffein gilt hier natürlich ebenfalls.
  • Teein und Tannin wirken ebenfalls gefäßverengend und anregend. Deshalb sollten schwarzer, grüner und weißer Tee nur in Maßen getrunken werden. Von Gewürzen wie Kardamom, Ingwer und Nelken wird aufgrund ihrer wehenfördernden Eigenschaften abgeraten.
  • Getränke mit einem großen Anteil an Zucker führen zu einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels. Gesüßte Fruchtsäfte, Limo, Cola & Co. sollten entweder verdünnt, in geringen Maßen oder besser gar nicht getrunken werden.

Du möchtest noch mehr über Kohlensäure erfahren? Dann findest Du hier weiterführende Informationen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 23. Februar 2022 aktualisiert.
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