Dürfen Hunde Sprudelwasser trinken? Ist Kohlensäure schädlich?

Dürfen Hunde Sprudelwasser trinken? Ist Kohlensäure schädlich?

Viele Hundebesitzer lassen ihren geliebten Vierbeiner hin und wieder etwas Sprudelwasser trinken. Was für den Menschen gut ist, kann ja auch dem Haustier nicht schaden. Aber stimmt das überhaupt? Dürfen Hunde Sprudelwasser trinken? Oder kann die enthaltene Kohlensäure zu unerwünschten Nebenwirkungen führen?

Lesedauer: 3 Minuten
Letztes Update: 11. Februar 2022

Dürfen Hunde Sprudelwasser trinken? Ist Kohlensäure schädlich für Hunde?

Ob Mensch oder Hund: Wer einen empfindlichen Magen hat, der verträgt Sprudelwasser tendenziell weniger gut. Betroffene beschreiben unmittelbar nach dem Trinken ein unangenehmes Völlegefühl, das unter Umständen sogar mit Magenschmerzen einhergehen kann. Je nach Empfindlichkeit sind dann auch Aufstoßen oder Blähungen keine Seltenheit.

Andere Menschen – wie ich zum Beispiel – empfinden das Sprudeln im Mund dagegen als sehr angenehm und erfrischend und mögen den säuerlichen Geschmack der Kohlensäure. Sie regt den Speichelfluss an und verflüchtigt sich im Magen schnell wieder. Das daraus resultierende Sättigungsgefühl kann man sich übrigens auch in so mancher Diät zunutze machen.

Bei Hunden gilt generell: Sprudelwasser bzw. Kohlensäure an sich ist nicht gefährlich. Die darin enthaltene Kohlensäure kann jedoch den empfindlichen Hundemagen reizen und wird von vielen Tieren als unangenehm empfunden. Deshalb solltest Du Leitungswasser (bzw. stillem Wasser) immer den Vorzug geben, wenn es um Deinen Hund geht.

In welchen Fällen ist Wasser aus dem Supermarkt besser als Leitungswasser?

Es gibt spezielle Fälle, in denen Du auf die Gabe von Leitungswasser verzichten solltest. Nämlich immer dann, wenn das Leitungswasser in irgendeiner Form belastet oder verunreinigt ist. Dies kann beispielsweise bei einem zu hohen Bleigehalt (uralte Rohrleitungen im Haus) oder bei einer erhöhten Keimbelastung der Fall sein. Letzteres kommt in Deutschland jedoch eigentlich nicht vor.

Auch wenn Du im Ausland bist, wo das Leitungswasser häufig keine Trinkwasserqualität hat, empfiehlt sich die Gabe von gekauftem Wasser. Dann solltest Du zum Wohl Deines Tieres auf stilles Wasser und nicht auf Sprudelwasser zurückgreifen. Es ist nicht gechlort und enthält zudem Mineralien wie Kalzium, Kalium und Magnesium, die Deinem Hund ohnehin guttun. Auf den Kauf von überteuertem Hundewasser aus dem Tierhandel kannst Du übrigens getrost verzichten.

In der Regel ist unser Leitungswasser jedoch von so guter Trinkwasserqualität, dass eine Gabe von gekauftem Wasser nicht notwendig ist. Wenn Du das Leitungswasser trinkst, kann es Dein Hund auch. Worauf Du aber bewusst achten kannst ist, dass der Wassernapf aus Keramik oder Edelstahl besteht. Beide Materialien sind geruchs- und geschmacksneutral und geben keine Schadstoffe an das Wasser ab.

Merke: Tiere wissen sehr genau, was ihnen guttut

Die Natur bietet alles, was ein Tier braucht. Das gilt auch fürs Wasser. Wasser mit Kohlensäure ist eine nicht notwendige Alternative zu Leitungswasser. Manch ein Hund freut sich sicherlich ab und an über einen erfrischenden Schluck Sprudelwasser – andere Hunde zeigen hingegen eine regelrechte Abneigung gegen die prickelnde Flüssigkeit in ihrem Napf. Manche verweigern das Trinken sogar komplett, da ihnen das Prickeln suspekt ist.

Sobald sich die Kohlensäure jedoch verflüchtigt, können auch empfindliche Hunde das Wasser problemlos zu sich nehmen. Auf Spaziergängen bedeutet das: Die Flasche so lange schütteln, bis die Kohlensäure entwichen ist. Sinnvoller wäre es natürlich, im Vorfeld direkt Leitungswasser für den Hund abzufüllen und mitzunehmen.

Exkurs: Wie viel Wasser sollte ein Hund täglich trinken?

Wasser ist lebensnotwendig, um den Kreislauf, den Stoffwechsel und das Immunsystem Deines Vierbeiners aufrechtzuerhalten. Werden Hunde nicht mit einer ausreichenden Menge an Wasser versorgt, wirkt sich dies sowohl negativ auf die Nährstoffversorgung als auch auf den Abtransport von Giftstoffen aus. Um dies zu vermeiden, benötigen Hunde – wie wir Menschen auch – eine entsprechende Menge an Flüssigkeit.

Fachleute empfehlen 60 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Sprich, ein Golden Retriever mit einem durchschnittlichen Gewicht von 30 Kilogramm sollte täglich rund 1,8 Liter Wasser zu sich nehmen. Bei Anstrengung oder an heißen Sommertagen erhöht sich der Bedarf an Wasser noch einmal entsprechend.

Bedenke: Auch feste Nahrung enthält Wasser. Trockenfutter besteht ungefähr zu 10% aus Wasser, Nassfutter hingegen zu satten 80%. Das musst Du unbedingt miteinberechnen.

Der Wassernapf sollte immer frisch gefüllt werden, sobald er leer getrunken wurde. Achte bei Spaziergängen und Wanderungen darauf, dass Dein Hund nicht aus Pfützen trinkt. Häufig sammeln sich dort Krankheitserreger, die zu Durchfall und Erbrechen führen könnten. Nimm stattdessen lieber eine Flasche mit Leitungswasser mit ‒ entweder Du lässt Deinen Hund aus Deiner Hand trinken oder Du verwendest einen entsprechenden Aufsatz bzw. einen faltbaren Napf.

Übrigens: Auch Katzen sind recht wählerisch, wenn es um Sprudelwasser geht. Manche lieben es, andere meiden es wie die Pest.