Dürfen Katzen Sprudelwasser trinken? Ist Kohlensäure schädlich?

Dürfen Katzen Sprudelwasser trinken? Ist Kohlensäure schädlich?

Eine regelmäßige Zufuhr von Wasser ist für Stubentiger ebenso wichtig wie für uns Menschen. Manche Katzen beschränken sich dabei nicht nur auf Leitungswasser, sondern trinken auch gerne mal Sprudelwasser. Aber dürfen Katzen überhaupt Sprudelwasser trinken? Oder kann die Kohlensäure ihnen schaden?

Lesedauer: 4 Minuten
Letztes Update: 18. Februar 2022

Sprudelwasser ist für Katzen generell nicht schädlich

Das Wichtigste für Dich als Katzenfan zuerst: Sprudelwasser ist für Deinen Stubentiger im Regelfall unbedenklich. Wenn Deine Katze gerade heimlich Wasser mit Kohlensäure getrunken hat und Du sofort panisch zum Smartphone gegriffen hast, kann ich Dich also beruhigen – es wird nichts Schlimmes passieren – außer vielleicht gelegentliches Aufstoßen oder Blähungen.

Wie Leitungswasser auch, hat Sprudelwasser grundsätzlich eine positive Wirkung auf Deine Katze. Das Wasser kann beispielsweise einen Beitrag zur Hydration – also zur Flüssigkeitsversorgung – Deines Tieres leisten. Genügend Wasser im Organismus ist wichtig, um die Entstehung gesundheitlicher Probleme zu vermeiden.

Eine ausreichende Trinkmenge pro Tag fördert beispielsweise eine gesunde Funktion der Nieren. Diese können durch eine adäquate Wasserzufuhr Abfallstoffe und Keime besser aus dem Körper ausleiten. Zugleich kann eine angemessene Menge an Flüssigkeit der Bildung von Nierensteinen vorbeugen. Das gilt gleichermaßen für Mensch und Tier.

Sprudelwasser hydriert nicht nur, sondern enthält auch wichtige Mineralien

Zusätzlich zur reinen Flüssigkeitsversorgung, versorgt Sprudelwasser die Mieze außerdem mit wertvollen Mineralien. Hier spielt natürlich die Zusammensetzung des Wassers eine wichtige Rolle. Sprudelwasser ist schließlich nicht gleich Sprudelwasser. Es lohnt sich also, einen Blick auf die Zusammensetzung der Mineralstoffe im Wasser zu werfen.

So kann ein Überschuss an Magnesium bei Katzen beispielsweise zur Bildung von Harnsteinen führen. Ein schwerer Magnesiummangel führt hingegen zu Krämpfen und Muskelschwäche.

Hier ist es wie bei uns Menschen: Bevor man dem Körper bestimmte Stoffe zuführt, sollte man vorher nachforschen, ob überhaupt ein Überschuss oder ein Mangel besteht. Im Zweifelsfall lohnt es sich immer, einen tiermedizinischen Rat einzuholen.

An dieser sollte man sich meiner Meinung nach aber gar nicht so viele Gedanken machen. Es ist schließlich nur Trinkwasser und keine Medizin. Die Katze nimmt ohnehin die meisten Mineralien durch die Nahrung auf.

Zuviel Kohlensäure kann zu Beschwerden führen

Trinken Hauskatzen viel Sprudelwasser, erhöht sich logischerweise auch der Anteil an Gasen im Darm. Wie beim Menschen auch, kann dies dazu führen, dass das Tier häufiger aufstößt oder rülpst. Gleichzeitig kann die Kohlensäure unter Umständen auch schmerzhafte Blähungen nach sich ziehen. In manchen Fällen kann Dein Stubentiger dadurch Bauchschmerzen bekommen.

Eine lebensbedrohliche Situation ist unter normalen Umständen bei einer gesunden Katze jedoch nicht zu erwarten. Das gilt insbesondere dann, wenn die Katze das kohlensäurehaltige Wasser nur in geringen Mengen getrunken hat.

Zusammenfassung positiver und negativer Effekte

Zusammengefasst kann Sprudelwasser also folgende Wirkungen auf die Katze haben:

  • Mehr Gas im Bauch
  • Eventuell Blähungen und Bauchschmerzen
  • Eventuell verstärktes Rülpsen und Aufstoßen
  • Hydration
  • Je nach Art des Wassers: Gesteigerte Mineralstoffaufnahme

Welche Art von Trinkwasser ist für die Katze ideal?

Nachdem nun klar ist, dass die Gabe von kohlensäurehaltigem Wasser sowohl Vor- als auch Nachteile bei Katzen haben kann, stellt sich die Frage, welche Art von Wasser denn nun optimal ist.

Die Antwort ist einfach: Die bevorzugte Art sollte stets stilles Wasser bzw. Leitungswasser sein. Leitungswasser, das am besten bereits ein Weilchen abgestanden ist, eignet sich im Normalfall optimal für die Bedürfnisse Deines Stubentigers. Denn die Eigenschaften des stillen Wassers entsprechen am ehesten dem, was die Katze in ihrer ursprünglichen natürlichen Umwelt vorfindet.

Aber warum geben manche Katzenbesitzer ihren Tieren dennoch Sprudelwasser? Sprudelwasser kann für die Katze grundsätzlich eine Abwechslung darstellen – sofern sie die Kohlensäure gut verträgt.

Wer weitere Abwechslung ins Trinkverhalten der Katze bringen möchte, kann zusätzlich auf Gadgets, wie Trinkbrunnen setzen. Sie wirken wie eine naturnahe Quelle und können bei tendenziell trinkfaulen Tieren die Wasseraufnahme anregen.

Exkurs: Katzen sind wählerisch und wissen genau, was ihnen guttut

Katzen gelten nicht ohne Grund als sehr anspruchsvolle Tiere. Die alten Ägypter haben sie bereits vor Jahrtausenden als Gottheiten verehrt. Stubentiger wissen normalerweise instinktiv, was ihnen guttut und was eher schädlich sein könnte.

Manche der verschmusten Vierbeiner sind regelrecht fasziniert von den CO2-Bläschen. Andere wiederum lassen das Prickelwasser links liegen und interessieren sich gar nicht dafür. In einigen Fällen kann es sogar vorkommen, dass das geliebte Haustier Angst vor dem kohlensäurehaltigen Wasser hat. Diese Tiere scheuen die Bläschen und trinken nicht davon, während andere Stubentiger unerschrocken sind und es aus reiner Neugier zu sich nehmen.

Wie gerne Deine Katze Sprudelwasser trinkt, kannst Du relativ leicht austesten. Eine pauschale Antwort, die für alle Samtpfoten gilt, gibt es in diesem Fall nicht. Du kannst ihr beispielsweise einen Teller oder eine Schale mit einer geringen Menge Sprudelwasser hinstellen und schauen, ob sie es generell freiwillig annimmt.

Das gleiche gilt übrigens auch für Hunde: Manche interessieren sich sehr für Sprudelwasser, andere lassen es links liegen.