Kann Sprudelwasser schlecht werden? Was sagt das MHD aus?

Bei Verbrauchern ist die Haltbarkeit von abgepacktem Wasser immer wieder ein Thema. Dem Konsumenten stellen sich viele Fragen: Wieso steht ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Wasserflasche? Was passiert nach Ablauf des MHD? Bilden sich danach Keime? Kann Sprudelwasser schlecht werden?

In diesem Artikel erfährst Du mehr über die Hintergründe des MHDs, was nach Ablauf des Datums mit dem Wasser passiert und wie Du abgepacktes Wasser am besten Zuhause lagerst.

Über das Mindesthaltbarkeitsdatum bei abgepacktem Wasser

Abgesehen von einigen Ausnahmen (Frische Backwaren, frisches Obst etc.) müssen alle Lebensmittel in der EU ein Verfallsdatum aufweisen. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum beim Wasser oft am Deckel oder am Flaschenhals angebracht bzw. aufgedruckt.

Aus diesem Grund ist die Unsicherheit, ob Trinkwasser schlecht werden kann, bei Verbrauchern enorm groß. Was sagt das aufgedruckte Datum aus? Und wie lange ist das MHD bei gekauftem Wasser?

Bei den Wasserflaschen aus dem Supermarkt muss man zwischen stillem und kohlensäurehaltigem Wasser unterscheiden:

  • Stilles Wasser
    Hier ist das Mindesthaltbarkeitsdatum normalerweise mit einem Jahr nach der Abfüllung angegeben.
  • Sprudelwasser
    Enthält das Wasser Kohlensäure, verlängert sich das Mindesthaltbarkeitsdatum auf 2 Jahre.

Aber: Das Datum drückt kein echtes Verfallsdatum aus. Das Wasser wird nicht plötzlich schlecht. Vielmehr liegt der Grund für einen solchen Aufdruck in der Gesetzgebung (siehe oben: Fast alle Lebensmittel müssen ein MHD haben).

Kann man Sprudelwasser nach Ablauf des MHDs noch trinken?

Das Gesetz, dass abgepacktes Wasser ein MHD haben muss, sagt aus, dass das Trinkwasser innerhalb dieses Zeitraums gleichbleibend frisch bleibt. Für das Datum ist also die Qualität eine entscheidende Maßgabe. Ist Dein Sprudelwasser abgelaufen, kann es sich unter Umständen geschmacklich verändern. Deswegen gilt der allgemeine Rat, das Wasser zeitnah zu verbrauchen, sobald die Flasche angebrochen worden ist.

Warum ist das so? Abgepacktes Wasser wird natürlich nicht im Chemielabor hergestellt, sondern entstammt einer natürlichen Quelle (Ausnahme: Destilliertes Wasser). Es ist ein Naturprodukt. Folglich ist es nicht gänzlich frei von Keimen.

Für den Trinkgenuss ist das ein wichtiger Punkt. In kohlesäurehaltigem Wasser ist die Entwicklung dieser Keime nach Anbruch der Flasche stark verlangsamt, weshalb es doppelt so lange haltbar ist wie stilles Wasser.

Fazit an dieser Stelle: Nach Ablauf des MHDs kann sich der Geschmack des Wassers negativ verändern, da sich die Keime über kurz oder lang vermehren werden.

Wie lagert man abgepacktes Wasser am besten?

Bei der Aufbewahrung von gekauftem Wasser gibt es zwei wichtige Faktoren, die die Qualität des Wassers maßgeblich beeinflussen:

  • Temperatur
  • Sonneneinstrahlung

Eine direkte Sonneneinstrahlung wirkt sich auf die Wasserqualität genauso negativ aus wie ein warmer Lagerort. Warum? Weil sich Bakterien an warmen Orten am besten vermehren. Gleichzeitig kann das natürliche Sonnenlicht das Wachstum bestimmter Keime fördern.

Für eine möglichst lange Haltbarkeit eignen sich daher besonders kühle und abgedunkelte Orte – zum Beispiel Abstellräume, der Keller oder der Kühlschrank. Die optimale Lagerung kann dazu beitragen, die Wasserqualität auch nach dem Ablaufdatum aufrechtzuerhalten.

Gut zu wissen: Die Hersteller drucken üblicherweise die optimalen Lagerbedingungen aufs Flaschenetikett. Das wissen die wenigsten Verbraucher, da niemand das Etikett auf Wasserflaschen studiert.

Bei PET-Flaschen ist es außerdem besser, wenn Du sie nicht in stark aromatisierten Umgebungen lagerst – zum Beispiel neben angebrochenen Zwiebeln oder Knoblauch im Kühlschrank. Bei kräftigen Gerüchen kann das Wasser diese unter Umständen annehmen. Dadurch verschlechtert sich der Geschmack logischerweise.

Was passiert mit Sprudelwasser, wenn es zu lange steht?

Wer kennt es nicht: Da steht das Wasserglas nachts neben dem Bett und ausgerechnet, wenn Du davon trinken möchtest, schmeckt der Inhalt schal und abgestanden. Der veränderte Geschmack ist in erster Linie auf chemische Zusammenhänge zurückzuführen.

Wenn eine Wasserflasche erstmal geöffnet wurde und mit der frischen Luft in Kontakt kommt, gelangen zwangsläufig andere Stoffe ins Wasser hinein. Dazu zählt vor allem das CO2 aus der Luft. Bei stillem Wasser führt diese Reaktion in einem kleinen Maß zu einem Anstieg der Kohlensäurekonzentration. Dies verringert den pH-Wert und führt dadurch zu einem eher säuerlichen Geschmack.

Beim Sprudelwasser kehrt sich dieser Prozess ins Gegenteilige um: Die Kohlensäure aus der Flasche entweicht und das Wasser nimmt stattdessen verstärkt Sauerstoff auf. Dadurch verringert sich die spritzige Eigenschaft – das Sprudelwasser wird still und auch hier verändert sich der Geschmack.

Kann Sprudelwasser schlecht werden? Worauf sollte man bzgl. Hygiene achten?

Wasser wird im Regelfall nicht schlecht, wenn es unter hygienischen Umständen abgefüllt wurde und anschließend angemessen gelagert wird.

Wenn Du Dein Wasser gerne direkt aus der Flasche trinkst, solltest Du bedenken, dass Bakterien am Flaschenhals haften bleiben können. Noch kritischer wird es, wenn andere Personen ebenfalls aus dieser Flasche trinken. Dann steht dem regen Bakterienaustausch nichts mehr im Wege. Es empfiehlt sich daher, Gläser zu benutzen.

Wissenschaftler sind sich außerdem einig, dass insbesondere Plastikflaschen auf lange Sicht und insbesondere unter Wärmeeinfluss in geringen Mengen hormonähnliche Substanzen ins Wasser abgeben können. Das wird bei PET-Flaschen häufig kritisiert.

Wie lagert man Sprudelwasser am besten, damit die Kohlensäure möglichst lange erhalten bleibt?

Sprudelwasser ist vorrangig in zwei verschiedenen Varianten erhältlich: In Glasflaschen und in Plastikflaschen. Die Flaschen aus Kunststoff bestehen im Regelfall aus PET. Es ist recyclingfähig, leicht und relativ stabil. Aufgrund dieser Vorteile sind PET-Flaschen beim Verbraucher sehr beliebt.

Jedoch: Die Haltbarkeit von Trinkwasser ist in Glasflaschen immer noch am besten. Warum ist das so?

Sprudelwasser büßt einen enormen Anteil der Kohlensäure in Kunststoffflaschen ein. Das Flaschenmaterial ist durchlässig genug, damit die Kohlensäure innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums entweicht. Dadurch geht der besondere Geschmack verloren – das Wasser schmeckt infolgedessen abgestanden und fad. Dieser Effekt fördert das Wachstum der quelleigenen Keime im Wasser. Bei Glasflaschen ist diese Entwicklung deutlich schwächer ausgeprägt.

Alternative: Leitungswasser selbst sprudeln

Du hast immer wieder damit zu kämpfen, dass Dein Sprudelwasser schal wird? Hier könnte die Lösung ein Wassersprudler sein. Mit einem solchen Gerät kannst Du Leitungswasser ganz einfach innerhalb von Sekunden mit Kohlensäure versetzen. Du hast also immer frisches Sprudelwasser Zuhause.

Doch Wassersprudler haben noch mehr Vorteile. Welche das sind, erfährst Du im verlinkten Artikel. Alternativ kannst Du natürlich auch direkt einen Blick auf meine Testberichte werfen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 14. März 2022 aktualisiert.
Wer schreibt hier?

Ich heiße Thomas und betreibe dieses Projekt seit 2013. Mich hat die Schlepperei von Wasserkästen immer gestört, weshalb ich direkt Feuer und Flamme war, als ich zum ersten Mal von Wassersprudlern gehört habe. Die Inhalte dieser Website habe ich nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Ich hoffe, dass ich Dir weiterhelfen konnte!