Wer hat Sprudelwasser erfunden? Wie wurde es entdeckt?

Der Mensch stellt bereits seit über 200 Jahren Sprudelwasser künstlich her. Der Wegbereiter war dabei der Engländer Joseph Priestley, der das erste künstliche Verfahren entwickelte, um stilles Wasser mit Kohlensäure zu versetzen und somit Sprudelwasser herzustellen.

Sprudelwasser wurde im Jahr 1772 „erfunden“

Im Jahr 1772 gelang es dem Universalgelehrten Joseph Priestley erstmalig Sprudelwasser mithilfe eines künstlichen Verfahrens herzustellen. Der Engländer war zu dieser Zeit als Priester tätig und verfügte durch seine Nachbarschaft zu einer Brauerei über große Mengen an Kohlendioxid zum Experimentieren. So entdeckte er im gleichen Jahr zum Beispiel auch das Lachgas.

Kommerzielle Nutzung erst ab dem Jahr 1783

Wenige Jahre später – ab 1780 – entwickelte auch der Deutsche Jacob Schweppe ein Verfahren, um Trinkwasser künstlich mit Kohlensäure zu versetzen. Er nannte es das „Geneva-Verfahren“. Der Name rührt daher, dass er sich zu dieser Zeit in der Stadt Genf niedergelassen hatte.

Im Jahr 1783 ließ er sich das Verfahren schließlich patentieren. Damals ging es allerdings nicht um den reinen Genuss als Sprudelwasser. Vielmehr war es so, dass die enthaltene Kohlensäure die Haltbarkeit des Trinkwassers deutlich verlängerte. Das war z. B. auf längeren Schiffsreisen besonders wichtig. Durch das saure Milieu der Kohlensäure haben es Keime deutlich schwerer, zu entstehen und sich zu vermehren.

Kleiner Exkurs: Mit Alkohol verhält es sich ähnlich wie mit Kohlensäure. Im Mittelalter trank man beispielsweise eher Wein als Wasser, da der enthaltene Alkohol die Vermehrung von Bakterien verhinderte. Es ging damals also in erster Linie um die Gesundheit und nicht um den Rausch.

Industrielle Herstellung ab dem Jahr 1790

Im Jahr 1790 eröffnete Jacob Schweppe in Genf die erste Fabrik, die Sprudelwasser in großen Mengen herstellte. Es folgten weitere Fabriken in London. Bereits wenige Jahre später, im Jahr 1802, zog sich Jacob Schweppe allerdings aus dem Geschäft zurück und verkaufte große Teile seiner Anteile.

Die Firma gibt es noch heute: Wir kennen sie als den Getränkehersteller Schweppes, dem Jacob Schweppe seinen Namen vermachte.

Wie funktioniert das Verfahren zur künstlichen Herstellung von Sprudelwasser?

Das Prinzip ist recht einfach: Kohlendioxid wird unter hohem Druck ins Wasser gepumpt. Dabei kommt es zu einer Reaktion: Wasser und Kohlendioxid verbinden sich und es entsteht die prickelnde Kohlensäure, für die wir unsere Wassersprudler so lieben. Wenn Du Zuhause Wasser aufsprudelst, machst Du im Prinzip genau das.

Wenn man weiß, wie Sprudelwasser hergestellt wird, ist es auch nicht verwunderlich, dass der Anteil an Kohlensäure schrumpft, wenn man die Wasserflasche längere Zeit offen stehen lässt.

Hast du Lust auf ein kleines Experiment? Hier erfährst Du, wie Du Zuhause mit 3 gängigen Zutaten Sprudelwasser selber machen kannst.

Gibt es natürliches Sprudelwasser?

Es macht in meinen Augen keinen Sinn, von einem Erfinder von Sprudelwasser zu sprechen. Sprudelwasser existiert nämlich auch in der Natur. Es wäre daher sinnvoller, von einem Entdecker des Sprudelwassers zu sprechen bzw. – wie ich es weiter oben getan habe – von einem Erfinder des Verfahrens, um Sprudelwasser künstlich herzustellen.

Doch zurück zur Natur: In tiefen Gesteinsschichten kann es passieren, dass sich fließendes Grundwasser mit Kohlendioxid aus der Gesteinsschicht vermischt – es entsteht also auch hier Kohlensäure bzw. Sprudelwasser ohne menschliches Zutun.

Es geht sogar noch weiter: Die enthaltene Kohlensäure sorgt beim Fließen durch ihr Prickeln dafür, dass sich Mineralien aus den Gesteinsschichten lösen: Es entsteht natürliches Mineralwasser. Da sich die Gesteinsschichten von Gegend zu Gegend massiv unterscheiden, gibt es Mineralwasser in verschiedensten Zusammensetzungen, die teilweise zu unterschiedlichen Wasserarten führen.

Du möchtest noch mehr wissen? Dann empfehle ich Dir die Lektüre meines Artikels, in dem ich den konkreten Unterschied zwischen Mineralwasser und Sprudelwasser erkläre.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 16. Februar 2022 aktualisiert.
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Ich heiße Thomas und betreibe dieses Projekt seit 2013. Mich hat die Schlepperei von Wasserkästen immer gestört, weshalb ich direkt Feuer und Flamme war, als ich zum ersten Mal von Wassersprudlern gehört habe. Die Inhalte dieser Website habe ich nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Ich hoffe, dass ich Dir weiterhelfen konnte!